Rolf Emmerich erhält den "Obermayer German Jewish History Award"


Rolf Emmerich, Mitglied unserer Arbeitsgemeinschaft, wird am 23. Januar 2012 in Berlin den "Obermayer German Jewish History Award" entgegen nehmen dürfen. Wir gratulieren ihm herzlichst zu dieser Auszeichnung

"Der Laupheimer Lokalhistoriker und langjährige SPD-Stadtrat Rolf Emmerich erhält am 23. Januar in Berlin den „Obermayer German Jewish Community History Award“. Mit der renommierten Auszeichnung werden Deutsche geehrt, die in ihren Heimatorten einen herausragenden Beitrag zur Bewahrung jüdischen Erbes geleistet haben.

Aus den Händen des Stifters Arthur S. Obermayer, in Boston tätiger Unternehmer mit deutschen Wurzeln und Vorstandsmitglied der Amerikanisch-Jüdischen Gesellschaft, wird Emmerich (73) den Preis im Berliner Abgeordnetenhaus entgegennehmen. Seit Jahrzehnten widmet er sich mit Herzblut der Dokumentation und Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Laupheims. Als einer der Ersten ging er auf Spurensuche. Daraus sind weltweite Verbindungen zu ehemaligen Laupheimer Juden und ihren Nachkommen gewachsen, vertrauensvolle Kontakte, von denen nicht zuletzt das Museum zur Geschichte von Christen und Juden profitiert.

Für das Museum hat Emmerich sich stets eingesetzt, gegen manches Hemmnis. Er recherchierte und publizierte über die Steiners, den Schriftsteller Siegfried Einstein, die Rabbinerfamilie Treitel und den Komponisten Moritz Henle und initiierte den Arbeitskreis Schalomtage. Zu danken ist ihm auch der Erhalt historischer Aufnahmen von Laupheimer Synagogengesängen; sie wurden 1922 in einem Berliner Tonstudio eingespielt und erscheinen in Bälde als Doppel-CD.

Fünf Obermayer Awards werden am 23. Januar verliehen. Alle Preisträger werden, so verlangen es die Kriterien, von Juden für die Auszeichnung vorgeschlagen. Für Rolf Emmerich haben sich unter anderem Angehörige der Familien Steiner, Bergmann, Treitel und Henle verwendet. Über die Anträge entscheidet eine internationale Jury.

2007 hatte erstmals ein Laupheimer den Obermayer Award bekommen: Ernst Schäll, der im vergangenen Jahr verstorbene Ehrenbürger der Stadt. Ihm war Rolf Emmerich bis zuletzt freundschaftlich und in der Erinnerungsarbeit verbunden." (Quelle: Schwäbische Zeitung, 8.11.2011)

Gedenkveranstaltung am 9. November auf dem Ulmer Weinhof

Am Mittwoch, den 9. November 2011 fand entsprechend unserer Tradition um 19.00 Uhr auf dem Weinhof wieder eine Gedenkveranstaltung für die von den Nazis ermordeten Ulmer Juden durch. Unser DIG-Vorsitzender Martin Tränkle führte durch die Stunde des Gedenkens an die Ereignisse der Reichspogromnacht 1938 in Ulm und OB Ivo Gönner sprach als Schirmherr das Grußwort. Danach verlasen Schülerinnen und Schüler des Kepler Gymnasiums Ulm die Namen der 212 ermordeten Ulmer Juden und der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik sprach das Kaddisch.

Zum zweiten Mal konnte kein Zeitzeuge aus eigener Erfahrung mehr über die Reichspogromnacht 1938 berichten, und so nahmen wir dankbar den Vorschlag des deutschen Gewerkschaftsbundes an, über Antisemitismus heute zu informieren. Unmittelbar im Anschluss an die Gedenkfeier hielt daher Sebastian Wertmüller vom Gewerkschaftsbund einen Vortrag mit dem Thema "Jahrestag Reichspogromnacht 1938...nicht nur Erinnerung: Zur Aktualität des Kampfes gegen den Antisemitismus heute."  Dieser Vortrag war ebenso wie die Gedenkveranstaltung auf dem Weinhof gut besucht, das Publikum hörte gebannt zu und diskutierte interessiert mit.