Mitgliederversammlung am 15.2.2017: Ein neuer Vorstand wurde gewählt




Schon länger hat sich der Vorstand der DIG Ulm/Neu-Ulm bemüht, die Verantwortung mit Jüngeren zu teilen. Die ist nun mit der Wahl des neuen 1. Vorsitzenden, Dr. Steffen Lutz, gelungen. Außerdem wurden gewählt: Martin Tränkle, 2. Vorsitzender; Irene Hahn, Schriftführerin; Dr. Franz-Josef Bentele, Beisitzer; Petra Bergmann, Beisitzerin; Georg Buck, Beisitzer; Franz Edele Beisitzer, Presse und Öffentlichkeitsarbeit.

Der neue 1. Vorsitzende Steffen Lutz schreibt: "Allen Gewählten:  Herzlichen Glückwunsch zur Wahl und zugleich vielen Dank für die Bereitschaft, im Vorstand aktiv zu werden. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Ich freue mich besonders, in den nächsten 2 Jahren mit Martin Tränkle zusammenzuarbeiten und viel von seiner Erfahrung, seinen Netzwerken und seinem Zugang zu Israel lernen zu können.  Ich denke die Ulmer DIG ist zwar eine kleine Gruppe, aber ich übernehme hier gut bestelltes Feld. Hierfür herzlichen Dank an MartinTränkle und Irene Hahn für Ihr jahrelanges Engagement.
 
In den nächsten Tagen wird die Einladung mit Tagesordnung zur nächsten offenen Vorstandssitzung erfolgen. Bitte den Termin schon einmal vormerken:15. März 20 Uhr. Ort wird noch bekannt gegeben."

Holocaust-Gedenktag am 27. Januar

Die DIG Ulm/Neu-Ulm, Mitveranstalterin des Gedenktages, lädt zu den Veranstaltungen am 27. Januar ein:
Neues Fenster mit vergrößerter Ansicht: Wohnungen für "Displaced Persons" in der Sedanstraße
© Stadtarchiv Ulm
Wohnungen für "Displaced Persons" in der Sedanstraße

Erste offene Vorstandssitzung 2017

Liebe Vorstandsmitglieder, liebe DIG-Mitglieder,

Zum Offenen Vorstand am Mittwoch, 18.1.2017 um  20 Uhr  noch einmal im Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche, Zinglerstr. 66
lade ich Euch/Sie herzlich ein.

Die voraussichtliche Tagesordnung:
1. Rückblich auf 2916 (VH, Vorträge ...)
2. Künftige Arbeit in der DIG: Fazit aus der offenen Diskussionsrunde vom 7.12.2016; Planung für 2017
3. Mitgliederversammlung am 15.2.2017 (Wahlen, Vorschläge von Kandidaten)
4. Künftige Orte unsrer Treffen
5. Beiträge zum nächsten DIG-Magazin aus Ulm (Redaktionsschluss am 15.3.2017)
6. Jahreshauptversammlung in Baden-Baden am 11./12. 11. 2017 (Delegierte)
7. Verschiedenes


Mit freundlichem Gruß. Schalom
Martin Tränkle

Fazit Messerschmid-Vortrag


Chance mal wieder vertan? 
Die lange Fortsetzungsgeschichte könnte ja nun wirklich mal zu einem Ende kommen. Erst hat die Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Ulm/Neu-Ulm durch ein respektables Presseecho dafür gesorgt, dass zum „Hydro-Apartheid“-Vortrag des Clemens Messerschmid bis zu 100 BesucherInnen gekommen sind. Die einladende Volkshochschule Ulm und der Weltladen haben die ihnen eröffnete Chance wieder vergeigt, sich klar gegen antiisraelische Propaganda zu positionieren. Stattdessen haben sie das „sauber strukturierte Referat“ (so die Pädagogen der Südwestpresse am 17.11.2016) des Brunnenbohrers laufen lassen: Die Palästinenser in der Opferrolle.
Zwar geht das schon jahrelang an der Realität vorbei, in der sich der jüdische Staat permanentem Terror, kriegerischen Attacken, einer unfähigen palästinensischen Selbstverwaltung und einem international dauerhaftem An-den-Pranger-stellen ausgesetzt sieht. Hilft aber nichts, wenn antizionistische Ideologie den vh-Kalender bestimmt.
Aber lassen wir es dabei, auch an Volkshochschulen sind theoretisch Lernprozesse vorstellbar, man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

Doch es gibt noch Hoffnung
Lernprozesse, die vielleicht auch Messerschmid durchgemacht hat, denn er scheint gelernt zu haben, dass Kreidefressen vielleicht doch hie und da die richtige Reaktion auf die Realität und die erfolgte Kritik ist. Spricht er an den von uns vorab genannten Stellen  vom legitimen, auch bewaffneten Widerstand gegen Siedler, wozu dann auch die bestialische Ermordung eines 13-jährigen Mädchens zählen muss, schreibt er gern auf der „electronic intifada“ und plaudert gerne fröhlich auf dem „muslim-markt“, so hat er sich diesmal auf sein inhaltlich zwar  falsches aber doch so „sauber strukturiertes Referat“ konzentriert. Interventionen scheinen nicht ganz sinnlos zu sein.

16.11.16 Flugblattaktion vor der VH - Strategie für die Zukunft?

Am Mittwoch, 16. November fand in der VH der Vortrag von Clemens Messerschmid "Bis zum letzten Tropfen" statt, in dem er Israel für die Wasserknappheit in den palästinensischen Gebieten verantwortlich macht. Wir haben recherchiert und herausgefunden, dass Messerschmids "Fakten" nicht korrekt sind. Im Vorfeld hatten wir bereits einen offenen Brief an Frau Dr.  Engels geschickt. Wie so oft nahmen uns Frau Dr. Engels und die SWP nicht ernst. Eine objektive, offene Diskussion in der Presse ist offenbar nicht möglich. 
Doch dem Publikum des Messerschmid-Vortrags wollten wir ermöglichen, unsere Recherchen nachzuvollziehen. Falsches zurecht zu rücken - das ist unserer Meinung nach eine wichtige Aufgabe der DIG.
Vier DIG-Mitglieder verteilten deshalb unten stehendes Flugblatt. Obwohl die Atmosphäre machmal unterschwellig aggressiv war, nahmen doch die meisten Besucher unsere Information an, manche sogar gern. Und es kam zu interessanten Gesprächen bereits im Vorfeld des Vortrags.
Hier nun das Flugblatt:

Sehr geehrtes Publikum des Vortrags von Clemens Messerschmid „Bis zum letzten Tropfen“  

Wir haben dieses Jahr bereits mehrere anti-israelischen Veranstaltungen der VH Ulm kritisiert. Nun findet heute, am 16. November erneut eine Veranstaltung, dieses Mal mit Clemens Messerschmid, statt.
Sie sind hier, weil Sie sich über die Ursachen der Wasserknappheit im Westjordanland informieren wollen.
Unseren Recherchen zufolge berichtet Messerschmid jedoch verfälscht. Bitte überprüfen Sie nach dem Vortrag anhand der angegebenen Links die „Fakten“, über die heute Abend berichtet wird: 

1.  Messerschmid wurde am 14.8.16 in den ARD Tagesthemen als Experte zum Thema Wassermangel im Westjordanland befragt. Er behauptet, den Palästinensern dort mangele es an Wasser, weil die Israelis sie keine Brunnen bauen ließen und das gesamte Grundwasser in der Westbank für sich selbst beanspruchten. Das einzige Problem sei die „israelische Besatzung“, wie er es nennt. Doch diese Behauptungen sind nicht korrekt. Im Beitrag fehlte die Tatsache, dass Israel den Palästinensern mehr Wasser liefert, als in den Verträgen von Oslo Mitte der 1990er Jahre vereinbart wurde, nämlich 143 Liter pro Tag. Messerschmid wies darauf nicht hin (als Experte müsste er das unserer Meinung nach), genauso wenig wie auf die Tatsache, dass die anfallenden Wasserverluste durch die palästinensische Autonomiebehörde zu verantworten sind. Nach dem Bericht hagelte es heftige Proteste. Im Internet sind die Proteste und die Fakten gut recherchierbar.

2.     Messerschmid hat eine klare, gegen Israel gerichtete ideologische Agenda, die er derart offensiv vertritt, dass die Frage erlaubt sein muss, ob das politische Interesse in seinem Fall nicht die wissenschaftliche Erkenntnis entscheidend trübt. So schreibt Messerschmid beispielsweise regelmäßig für die Website Electronic Intifada und er hat dem antizionistischen Islamistenportal Muslim Markt ein Interview gegeben, das zwischenzeitlich auch vom Verfassungsschutz beobachtet wurde:

3.      Messerschmid hat in den Marxistischen Blättern auf dem Höhepunkt der zweiten Intifada 2002 mit ihren zahllosen Selbstmordattentaten 49 Vorschläge „für eine linke deutsche Position“ zum „Nahostkonflikt“ unterbreitet. Dort spricht er vom „Befreiungskampf“ der Palästinenser und findet deren Terror nicht deshalb kritikwürdig, weil dadurch Juden ermordet werden, sondern vor allem, weil er „der Überwindung der Besatzung abträglich“, also kontraproduktiv sei, eine „falsche Botschaft“ übermittle und damit vor allem den Palästinensern selbst schade. Er ruft zum „bewaffneten Kampf“ gegen die israelische Armee „und Siedler in der West Bank und Gaza“ auf. Messerschmid 2002: „Auf palästinensischer Seite sind alle Mittel legitim, die das Ziel des Kampfes Israel und der Welt begreiflich machen und zu »einem Ziel« hinführen: dem Recht auf Selbstbestimmung, dem Ende der Besatzung.“

Diese Art der Berichterstattung aus der so brisanten Region Israel – Palästina ist absolut kontraproduktiv. Wir wenden uns entschieden dagegen! Unser aller Ziel sollte es sein, dass Israelis und Palästinenser in Zukunft in Frieden miteinander leben können. Da ist es nicht hilfreich, Menschen gegeneinander aufzuhetzen, weder im Nahen Osten, noch hier in Europa.

Der Vorstand der Deutsch Israelischen Gesellschaft Ulm/Neu-Ulm     V.i.S.d.P.:  Martin Tränkle 
  

9. November 2016: Gedenkfeier vor der Synagoge auf dem Weinhof und Konzert im Festsaal der Synagoge




Es war eine bewegende Gedenkfeier auf dem Weinhof in Ulm, bei der sich dieses Mal viele Gruppen beteiligten. Der Vorsitzende der DIG, Martin Tränkle, führte durch die Veranstaltung und Herr Oberbürgermeister Gunter Czisch sprach ein Grußwort. Schülerinnen des St. Hildegard Gymnasiums verlasen die 212 Namen der im Holocaust getöteten Ulmer Juden und umrahmten die Feier musikalisch. Unsere Partner von der Stolperstein Initiative Ulm übernahmen es in diesem Jahr, die furchtbare NS-Geschichte durch Stationen und Zitate aus dem Leben eines Ulmer Juden, Dr. Julius Cohn, dem letzten Ulmer Rabbiner vor der Shoah, für die Zuhörer persönlich nachvollziehbar werden zu lassen. Sein Schicksal machte betroffen: Cohn starb 1940 nach Misshandlungen auf dem Weinhof in Ulm in der Reichspogromnacht, obwohl er die Flucht nach Großbritannien geschafft hatte. Es sprach auch Petra Bergmann vom Förderverein Neue Synagoge Ulm. Der Förderverein sammelt für eine neue Thora-Rolle für die Ulmer Synagoge, ein Anliegen, das die DIG Ulm ausdrücklich unterstützt und Sie hiermit um einen Beitrag bittet. Zum Abschluss betete Herr Rabiner Trebnik für die im Holocaust Ermordeten und rief zum Respekt gegenüber allen Menschen, „Minderheiten und Mehrheiten“, auf. Ein besonderer Dank geht an die vielen Besucher aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden und vor allem aus der Ulmer Bürgerschaft. 
 
Anschließend fand ein Konzert im Festsaal der Synagoge statt. Stela Bunea (Violine) und Almut Schmitt (Gitarre) spielten Stücke älterer und modernerer, auch jüdischer Komponisten. Dieses Konzert gab dem Abend einen nachdenklichen und hoffnungsvollen Abschluss.

Was bleibt ist das Gedenken an die Opfer und das Geschehene und die Verantwortung für eine Zukunft, die den richtigen Schluss aus der Vergangenheit zieht: Nie wieder Antisemitismus, nie wieder Faschismus.